Die Einfachheit als auch die Effizienz von Scrum hatte mich inspiriert in einem isolierten Team den Research- und Development Prozess (R&D) anzupassen. Gerne teile ich mit Euch meine Idee und erste Erfahrungen aus der Initierung und ersten Sprints. 
In vielen kleinen und mittleren Unternehmen besteht kein eigentliches R&D Departement. Die Mitarbeiter sind mit Delivery- oder mit Maintenance Aufgaben ausgelastet und eilen von Sprint zu Sprint. Neues anzugehen ist schwierig zu planen und wenn einmal Leerzeiten auftreten, bspw. zwischen Projekten oder aber auch in Projekten selbst, fällt es den Verantwortlichen schwer diese sinnvoll auszufüllen. Auch ist irgendwie jedermann und niemand verantwortlich für R&D und somit läuft dies heutzutage meist sehr unstrukturiert ab.
Inspiriert von Scrum lag die Lösung für mich auf der Hand, den R&D Prozess mittels einem nebenläufigen R&D Prozess abzulösen. Idee ist parallel zum Delivery Stream ein weiteren R&D Stream aufzusetzen, welcher aber über eine etwas längere Laufzeit aufweist. Nun werden periodisch in einem R&D Produkt Backlog zusammen mit dem Management, den Line Managern aber auch den Mitarbeitern Themen erfasst und priorisiert. Ist der R&D Sprint einmal gestartet und geplant kann sich nun jeder bei Leerzeiten, je nach seiner persönlichen Präferenz, aus dem R&D Sprint Backlog bedienen. Einzige Bedingung ist, die gewonnenen Erkenntnisse zu dokumentieren und im Sprint Review Meeting allen vorzustellen.
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Vorteile des R&D Streams mittels Scrum sind:
  • R&D ist in der Verantwortung von allen und jeder kann Inputs einbringen (Top down & Bottom up)
  • Leerzeiten werden sinnvoll genutzt, d.h. generieren sogar noch erwiesen Business Value
  • R&D ist instutionalisiert und steht nicht im Konflikt mit Delivery

Vom Management, aber auch seitens Mitarbeiter wurde dieser Prozess sehr gut aufgenommen und die Erfahrungen sind bisher durchwegs positiv. Einerseits sind sich die Mitarbeit die Selbstorganisation gewohnt und können sich somit auch mit Themen befassen die sie persönlich interessieren. Andererseits können die Mitarbeiter so aktiv auch die Unternehmensstrategie beeinflussen und neue Inputs einbringen, ohne das Delivery zu vernachlässigen. Gleichzeitig profitieren durch die konsequente Dokumentation und Präsentation der Erkenntnisse auch die anderen Mitarbeiter und somit letztlich auch das Unternehmen.

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